Die Antwort des Landrates auf die Anfrage zur Situation untergetauchter Asylbewerber im Landkreis Vorpommern-Rügen offenbart erhebliche Defizite in der Erfassung, Kontrolle und Nachverfolgung. Statt belastbarer Zahlen liefert die Kreisverwaltung lediglich Schätzungen, zentrale Fragen bleiben unbeantwortet. Besonders gravierend: Der Landkreis verfügt nach eigenen Angaben über keine systematische Datengrundlage zu abgängigen Personen. Damit fehlt die Grundlage für jede seriöse Bewertung der Lage.
Detlef Kegel, Fraktionsvorsitzender, erklärt dazu:
„Was uns hier vorgelegt wurde, ist kein Lagebild – es ist ein Offenbarungseid der Verwaltung. Der Landkreis weiß schlicht nicht, wie viele Asylbewerber untergetaucht sind. Stattdessen wird mit vagen Schätzungen gearbeitet. Gleichzeitig beginnt die Kontrolle erst nach Wochen, ein strukturiertes Verfahren mit der Polizei existiert nicht. Das ist kein funktionierender Vollzug, das ist organisierte Ahnungslosigkeit. Wer keine Zahlen hat, kann nicht steuern – und wer nicht steuert, verliert die Kontrolle. Besonders problematisch ist, dass trotz fehlender Daten jede Gefährdung der öffentlichen Sicherheit relativiert wird. Das passt vorne und hinten nicht zusammen.“
Der Landkreis muss dringend nachsteuern. Es braucht eine lückenlose Erfassung, klare Meldeketten und ein konsequentes Nachverfolgungssystem. Ohne Transparenz und Kontrolle bleibt das Problem unsichtbar – und genau das darf nicht der Anspruch verantwortungsvoller Verwaltung sein.


